Während Ihres Krankenhausauftenhaltes wird Ihnen ein Physiotherapeut Übungen zeigen, wie Sie ins Bett und aus dem Bett kommen, und wie Sie die Gehhilfen benutzen.
Nach Ihrer Operation kontrolliert der Physiotherapeut, ob Sie Ihre Übungen richtig durchführen und wird Sie beim ersten Aufstehen und bei den ersten Gehversuchen unterstützen.
An den folgenden Tagen werden Sie immer weitere Strecken gehen und lernen, wie Sie Treppen richtig steigen.
Bei Ihrer Entlassung aus der Klinik erhalten Sie als Erinnerungsstütze für zuhause eine Liste von Dingen, die Sie tun bzw. nicht tun sollen.
Drucken Sie die gesamte Liste der Anweisungen
Sitzen
Ihr Stuhl:
Sie werden einen Stuhl mit Armlehnen brauchen. Die Sitzhöhe sollte ca. 48 - 51 cm betragen. Messen Sie dies bei heruntergedrücktem Sitzkissen von der Kissenoberkante zum Fußboden. Sie benötigen je nach Körpergröße einen höheren oder niedrigeren Stuhl. Falls Sie keinen Lehnstuhl besitzen: können Sie eventuell einen borgen? Wenn Ihr Stühl erhöht werden muß, können wir unter Umständen für Sie über Ihren Sozialdienst/Beschäftigungstherapeuten vor Ort Klötze beschaffen, mit denen jedoch nicht alle Stühle erhöht werden können
So setzen Sie sich richtig hin:
Gehen Sie zu Ihrem Stuhl und drehen Sie sich langsam um. Wenn Sie fühlen, wie Ihre Beine das Kissen berühren, stellen Sie das operierte Bein vor sich, legen Ihre Hände auf die Armlehnen, verlagern Ihr Gewicht auf Ihre Arme und das NICHT operierte Bein und lassen sich langsam auf den Sitz herab.
So stehen Sie richtig auf :
Strecken Sie ihr operiertes Bein, verlagern Sie das Gewicht auf das NICHT operierte Bein und und drücken Sie sich mit Ihren Armen hoch. Wenn Sie die Balance wiedergefunden haben, nehmen Sie Ihre Stöcke/Gehhilfen auf.
Schlafen
Ihr Bett:
Die Höhe Ihres Bettes sollte ca. 48 - 51 cm betragen. Messen Sie dies bei heruntergedrückter Matratze von der Matratzenoberkante zum Fußboden. Es sollte so stehen, daß Sie beim zu Bett gehen erst Ihr NICHT operiertes Bein und dann das operierte Bein anheben müssen.
So gehen Sie richtig ins Bett bzw. stehen richtig auf :
Steigen Sie mit dem NICHT operierten Bein zuerst in das Bett. Setzen Sie sich auf das Bett und heben Sie sich so weit zurück, daß Ihr operiertes Bein voll abgestützt ist, bevor Sie sich mit dem Gesicht nach unten auf das Bett drehen. Zum Aufstehen verfahren Sie einfach in umgekehrter Reihenfolge. In den ersten 6 Wochen nach der Operation sollten Sie auf dem Rücken und nicht auf der Seite schlafen.
So decken Sie sich richtig zu:
Eine Daunendecke ist leichter zu handhaben als einzelne Decken. Wenn Sie keine Person haben, die Ihnen hilft, können Sie auch einen bereitgehaltenen Spazierstock verwenden, um das Deckbett hoch zu ziehen und um es vor dem Aufstehen zur anderen Seite zurückzuschlagen. In den ersten Wochen werden Sie zum Wechseln der Bettwäsche Hilfe von einer anderen Person benötigen.
Geschlechtsverkehr:
Geschlechtsverkehr können Sie wieder aufnehmen, sobald Sie es als bequem empfinden; Sie werden jedoch in der ersten Zeit auf dem Rücken liegen und Drehbewegungen vermeiden müssen. Im Zweifel wenden Sie sich an Ihren Betreuer oder Hausarzt.
Baden, Körperpflege
Baden:
Warten Sie mindestens 6 Wochen oder befolgen Sie die Anweisungen Ihres Betreuers, bevor Sie versuchen, ein Bad zu nehmen.
Körperpflege:
In den ersten 6 Wochen nach Ihrer Heimkehr werden Sie Hilfe beim Waschen und Abtrocknen Ihrer Füße benötigen. Das gleiche gilt auch für das Schneiden Ihrer Fußnägel. Wenn Sie dies nicht selbst organisieren können, fragen Sie während Ihres Klinikaufenthaltes die Krankenschwestern, welche Art von Hilfe für Sie bereitgestellt werden kann.
Toilettengang
Ihre Toilette:
In den ersten Wochen nach Ihrer Heimkehr aus der Klinik werden Sie einen erhöhten Toilettensitz benötigen. Die Klinik wird sich darum kümmern, sobald Ihr Operationstermin festgelegt ist.
Hinsetzen und Aufstehen:
Wenn Ihr erhöhter Toilettensitz Armlehnen hat, können Sie sich für das Hinsetzen und Aufstehen an die Anweisungen für den Lehnstuhl halten. Falls Sie einen Sitz ohne Armlehnen haben, müssen Sie während der Genesungszeit Ihren Gehstock oder Ihre Gehhilfen benutzen. Stellen Sie den Stock an Ihrer NICHT operierten Seite weg und behalten Sie den anderen an Ihrer operierten Seite in der Hand. Stützen Sie sich auf diesem Stock ab, strecken Sie das operierte Bein nach vorn und legen Sie Ihre freie Hand an Ihrer operierten Seite hinter sich auf den Toilettensitz. Lassen SIe sich langsam auf den Sitz herunter. Beim Aufstehen gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge vor.
Abwischen:
Stellen Sie sicher, daß Sie sich zum Erreichen des Toilettenpapiers nicht verdrehen müssen. Nehem Sie die Hand an Ihrer nicht operierten Seite. Beugen Sie sich nicht zu weit vor.
Anziehen
Ihre Kleidung:
Ihre Kleidung sollten Sie gänzlich ohne Beugen erreichen können. Dazu machen Sie vor Ihrer Operation folgendes: Räumen Sie so um, daß die am meisten benötigten Kleidungsstücke in Schubladen oder Regalen auf Hüfthöhe oder höher zu erreichen sind. Für Ihre Heimkehr sollten Sie bequeme Schuhe mit flachem Absatz bereithalten. Wenn Sie ausschließlich Schuhe mit Schnürbändern besitzen, können wir Ihnen unter Umständen mit elastischen Bändern helfen.
So ziehen Sie sich richtig an:
Sammeln Sie zunächst alle benötigten Kleidungsstücke und legen Sie diese vor dem Anziehen neben sich auf das Bett. In der Klinik wird man Ihnen gezeigt haben, wie Sie den Unterkörper anziehen; trotzdem zur Erinnerung:
Setzen Sie sich zum Anziehen auf die Bettkante (oder auf Ihren Stuhl)
Verwenden Sie zum Anziehen Ihres Slips oder Ihrer Unterhose das hakenförmige Ende eines langen Schuhlöffels oder einen Spazierstock
Ziehen Sie das operierte Bein zuerst an
Falls nötig, können Sie zum Anziehen von Socken/Strümpfen/Strumpfhosen ein Hilfsmittel kaufen
Ziehen Sie im Sitzen einen Schuh an Ihrem nicht operierten Bein an
Zum Anziehen des zweiten Schuhs stellen Sie sich dicht vor einen Anziehtisch, eine Kommode oder einen kräftigen Stuhl
Stellen Sie Ihre Gehhilfen weg und halten Sie sich mit der Hand auf Ihrer operierten Seite an dem Möbelstück fest
Treten Sie, mit dem Schuhlöffel bzw. Gehstock in der anderen Hand, vorsichtig mit dem Fuß in den Schuh, den Sie mit dem Schuhlöffel zwischen Ihre Beine gestellt haben. Halten Sie diesen Fuß exakt geradeaus.
Ausziehen:
Gehen Sie in umgekehrter Reihenfolge wie für das Anziehen vor. Ziehen Sie zunächst den Schuh an Ihrer nicht operierten Seite aus, und dann den Schuh an der operierten Seite.
Kochen und Gartenarbeiten
Vorräte anlegen:
Legen Sie vor Ihrer Operation einen Vorrat an, damit Sie die Zeiten für die Essenszubereitung verkürzen können. Wenn Sie ein Tiefkühlgerät besitzen, bestücken Sie dieses mit Fertiggerichten.
Umräumen:
Räumen Sie Ihren Kühlschrank und Ihre Küchenschränke so um, daß Sie wichtige Dinge ohne Beugen oder Strecken erreichen können.
Stabiler Einkaufswagen:
Ein stabiler Einkaufswagen ist nützlich, wenn Sie Lebensmittel transportieren müssen.
Hinsetzen:
Setzen Sie sich nach Ihrer Operation bei so vielen Tätigkeiten wie möglich hin. Bei der Arbeit in der Küche (z.B. beim Gemüse putzen) ist ein hoher Hocker von 48 - 51 cm Höhe nützlich.
Schwere Arbeiten:
Alle schweren Arbeiten wie Heben oder Putzen sollten Sie einer anderen Person überlassen! Scheuen Sie sich nicht, Hilfe für den Einkauf, die Wäsche und das Kochen in Anspruch zu nehmen. Kein Staubsaugen, Betten machen, Fußboden wischen oder Heben schwerer Wäsche.
Gartenarbeiten:
Wenn Sie, frühestens 8 - 12- nach Ihrer Operation, wieder mit Gartenarbeiten beginnen, sollten Sie in der Anfangszeit übermäßiges Beugen, Drehen oder Heben vermeiden und Graben ganz unterlassen.
Knien Sie sich bei der Gartenarbeit hin, vermeiden Sie die Hockstellung.
Autofahren
Autoposition:
Das Auto sollte vom Kantstein entfernt stehen, so daß Sie beim Einsteigen auf gleicher Höhe mit dem Fahrzeug sind. Schieben Sie den Sitz so weit wie möglich zurück und neigen Sie die Lehne etwas.
Einsteigen und Aussteigen:
Gehen Sie in der gleichen Weise wie beim Zubettgehen und Aufstehen vor - also zuerst die Füße - und lassen Sie sich dann langsam auf die Kante des Sitzes herab. Heben Sie sich danach weiter über den Sitz in Richtung des Fahrersitzes hinein; halten Sie dabei Ihr operiertes Bein gerade. Drehen Sie sich langsam und vorsichtig in die richtige Stellung und lassen Sie dabei Ihr operiertes Bein in den Fußraum des Autos gleiten. Eine Plastiktüte auf dem Sitz ist bei diesem Vorgang mitunter hilfreich. Beim Aussteigen verfahren sie in umgekehrter Reihenfolge.
Autofahren ist erst 6 Wochen nach der Operation erlaubt!
Zur Erinnerung
Mobilität:
Ihr Hüft-Totalersatz soll Schmerzen lindern, die Beweglichkeit wiederherstellen und in vielen Fällen auch die Beinlänge wieder angleichen, so daß Ihre Mobilität verbessert wird.
Übungen:
Gehen, kurze und häufige Spaziergänge sind eine gute Übung, aber vermeiden Sie unebenes und hügeliges Gelände.
Nicht beugen:
Wenn Ihnen etwas herunterfällt: Heben Sie es nicht auf, sondern bitten Sie eine andere Person, verwenden Sie die Enden Ihrer Gehhilfen oder ein Klebepad (z.B. „UHU tac“) an der Stockspitze.
Denken Sie daran:
Eine künstliche Hüfte ist nicht so gut wie ein normales Gelenk und muß mit Respekt behandelt werden. In den ersten Monaten wird sich das Gelenk von dem chirurgischen Eingriff erholen. Es sind also in den ersten 6 - 12 Wochen nach der Operation besondere Vorsichtsmaßnahmen nötig, um ein Verrutschen des Gelenks zu verhindern.
Genesung
Wir hoffen, daß Sie mit Hilfe der Hinweise auf diesen Seiten einen guten Genesungserfolg hatten. Nach 6 - 12 Wochen sind Sie wieder mobil und können die meisten Dinge wieder selbst verrichten. Zögern Sie nicht, sich an Ihr örtliches Krankenhaus zu wenden, wenn Sie Fragen oder Befürchtungen haben, die auf diesen Seiten nicht angesprochen wurden.
Vermeidung möglicher Operationskomplikationen
Die Komplikationsrate nach einer Hüftersatzoperation ist sehr niedrig. Ernsthafte Komplikationen, wie eine Gelenkentzündung, treten bei weniger als 2% der Patienten auf. Trotzdem gibt es für Patienten, die sich einer Hüft-Totaloperation unterziehen, ein gewisses Komplikationsrisiko — das allerdings weitgehend erfolgreich verhindert und/oder behandelt werden kann. Zu den möglichen Komplikationen zählen:
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